Psychotherapie

Ablauf einer Therapie
Oft gibt es Unklarheiten und Unsicherheiten darüber was eine Psychotherapie ist und wie so etwas abläuft. An dieser Stelle versuche ich einige wichtige Dinge, die mir in der klinischen Praxis aufgefallen sind zu erklären.

Häufige Ängste und Gefühle im Vorfeld
Oft stehen Zweifel vor der Entscheidung zu einem Therapeuten zu gehen. Sie zweifeln an sich, ob das wirklich notwendig ist oder was wohl die anderen sagen würden. Mit anderen Symptomen haben viele Menschen jedoch weniger Zweifel. Eine lang andauernde Erkältung, immer wieder auftretender Husten, im Alltag einmal doof umgeknickt. Dann ist oft der Gedanke, ich lasse das meinen Hausarzt mal prüfen. Ist bestimmt nichts. Ich gehe nur zur Sicherheit einmal hin. Genau so können Sie sich das auch bei mir vorstellen. Gemeinsam prüfen wir in den ersten Stunden, ob für Ihre Beschwerden eine ambulante Psychotherapie notwendig ist. Wenn dies nicht der Fall ist, versuchen wir gemeinsam eine geeignete Alternative zu finden, ich als Experte für Psychotherapie, Sie als Experte für sich selbst.

Das Erstgespräch und die Probegespräche
Für einen ersten Gesprächstermin vereinbare ich in der Regel eine Doppelstunde von insgesamt 100 Minuten. In dieser geht es zu einem gewichtigen Teil um das, was Sie jetzt zu mir führt. Gemeinsam versuchen wir zu verstehen, worum es geht. Am einfachsten wird dies, wenn Sie einfach erzählen, was Sie denken und empfinden, ohne auszuwählen und ohne von dem, was Ihnen einfällt etwas auszulassen, selbst wenn dessen Mitteilung unangenehm, lächerlich, ohne Interesse oder nicht zur Sache gehörig erscheint 1. Erst auf diese Weise kann ich mit Ihnen gemeinsam verstehen wie Ihre Beschwerden mit den anderen Anteilen ihres Lebens zusammenhängen könnten. Daneben liegt mir aber auch besonders die Aufklärung über eine psychotherapeutische Behandlung am Herzen. Schließlich sollten Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Einige der Dinge, die ich dabei erklären werde sind bspw. die Schweigepflicht, die Chancen, die Risiken und Nebenwirkungen einer psychotherapeutischen Behandlung.

Wenn in ersten drei bis fünf Stunden ein erstes Verständnis für die Notwendigkeit einer Psychotherapie spürbar wird, kommen nicht selten neue Ängste auf. Es geht nämlich darum einen Antrag an die Krankenkasse zu stellen. Dieser löst Ängste aus in der Therapie abhängig zu werden, sich vollständig verändern zu müssen, nachhaltig destabilisiert zu werden oder geifernd in der Psychiatrie zu landen. Gerade dann ist es wichtig diese Ängste gemeinsam zu klären. So können Sie erfahren, dass unser gemeinsames Verstehen Ihre Handlungsmöglichkeiten erweitert statt Sie zu verringern.

Die Probegespräche dienen letztlich aber auch dazu, zu prüfen, ob eine gemeinsame Arbeit möglich ist. Von ihrer Seite aus gilt es zu prüfen, ob Sie sich einlassen können, und auch schwierige Momente in der Beziehung mit mir klärbar sind. Auch ich werde prüfen, ob ich Ihnen weiterhelfen kann. Wenn wir beide zu dem Schluss kommen, dass es eine gemeinsame Arbeit Aussicht auf Erfolg hat, werde ich mit Ihnen einen Antrag an die Krankenkasse stellen

Psychotherapie
Das Ziel einer Therapie ist es die psychische Störung zu erkennen, zu heilen, zu bessern, eine Verschlimmerung zu verhüten oder die Krankheitsbeschwerden zu lindern. Dabei können sie sich ihre Psyche wie eine Haus-Wohngemeinschaft vorstellen. Die Bewohner dieser Wohngemeinschaft sind unterschiedliche innere Anteile. Manchmal gibt es Konflikte zwischen den Bewohnern. Der eine Bewohner lässt immer das schmutzige Geschirr stehen, der andere muss es immer abwaschen, da es nicht genügend Geschirr gibt. Für dieses Verhalten könnte es je unterschiedliche Ursachen geben. Der Geschirrspüler ist defekt und der erste Mitbewohner oft im Stress oder der erste Mitbewohner fühlt sich durch den zweiten gestört, kann es aber nur auf diese Weise äußern. Im ersten Fall wäre es sinnvoll den Geschirrspüler zu reparieren, im zweiten die Hintergründe des Verhaltens zu erforschen. Genauso ist es auch in der Psychotherapie. Wir versuchen herauszufinden, ob bestimmte Fähigkeiten fehlen und erlernt werden müssen, um dann vielleicht die Motive zu klären oder ob die neuen erlernten Fähigkeiten ausreichen um die Konflikte ausreichend zu klären.

  1. Stichwort: Grundregel. Aus dem Vokabular der Psychoanalyse von J.Laplanche & J.-B. Pontalis, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 1972.

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